Geschäftsgrundlagen der DIN FLEG mbH

Um Einfluss auf den kommunalen Wohnungsmarkt auszuüben und die stadtentwicklungspolitischen wie sozialpolitischen Ziele zu erreichen, hat der Rat der Stadt Dinslaken die Einführung eines Kooperativen Baulandmodells und die Erstellung eines Handlungskonzeptes zum Thema "Wohnen in Dinslaken" beschlossen. Damit wurden zwei boden- und wohnungspolitische Steuerungsinstrumente für Dinslaken geschaffen, die wesentliche Arbeitsgrundlagen der DIN FLEG mbH bilden.

 

Kooperatives Baulandmodell

Die Schaffung von Bauflächen ist eine grundsätzliche Aufgabe der Kommune. Angesichts des enormen Wohnungsmarktdrucks in Dinslaken steht die Stadt in der Pflicht – im Rahmen der allgemeinen Daseinsfürsorge – ihre gesetzlichen Steuerungsmöglichkeiten auszuschöpfen und damit die Bereitstellung von bedarfsgerechtem und kostengünstigem Wohnraum für breite Teile der Bevölkerung sicherzustellen.

Die vollständigen Kosten für die Planung von neuen Wohnbauflächen sowie die Folgekosten für die erforderliche Infrastruktur werden bisher von der Stadt und somit von der Allgemeinheit getragen; die sich hieraus ergebenden finanziellen Vorteile durch die Wertsteigerung der Grundstücke verbleiben dabei in der Regel bei den Privateigentümern. Aufgrund dessen sowie der angespannten Wohnungsmarktsituation und der dadurch entstehenden zunehmenden sozialen Verpflichtung der Kommune für eine bedarfsgerechte Entwicklung, hat der Rat der Stadt Dinslaken in seiner Sitzung im März 2017 die Einführung eines Kooperativen Baulandmodells für Dinslaken beschlossen. Das Kooperative Baulandmodell ist dabei nichts völlig "Neues" - in zahlreichen Städten wurden bereits Baulandmodelle erarbeitet und eingeführt, um die grundsätzliche Herangehensweise bei der Entwicklung neuer Bauflächen festzulegen und der Bereitstellung von am lokalen Bedarf ausgerichteten Wohnbauflächen und Wohnraumangebot Rechnung zu tragen.

Das Kooperative Baulandmodell für Dinslaken setzt voraus, dass die Privateigentümer und die Stadt das gleiche Entwicklungsinteresse verfolgen, und strebt damit eine gemeinsame, kooperativen Flächenentwicklung an. Somit steht am Anfang immer die Erklärung des oder der Planungsbegünstigten, die Fläche nach den Grundsätzen des Modells und in Kooperation mit der Stadt entwickeln zu wollen. Das Baulandmodell regelt, dass ab einer zu überplanenden Fläche von rd. 5.000 m² und vor Einleitung eines Planverfahrens die Stadt grundsätzlich Eigentümerin von mindestens 30% der Fläche wird. Durch das aktive Engagement und den Teilerwerb der Stadt erhält der private Eigentümer eine höchstmögliche Planungssicherheit bei der Flächenentwicklung. Im Gegenzug kann die Stadt ihre übergeordneten städtebaulichen, sozial- wie wohnungspolitischen Entwicklungsziele umsetzen und Kosten der Baulandentwicklung sowie der Planungsfolgekosten (Infrastruktur) durch die Partizipation an der Bodenwertsteigerung refinanzieren.

Vorteile für Sie als Privateigentümer:

  • geteiltes Planungsrisiko von Stadt und Eigentümern;
  • hohe Planungssicherheit aufgrund Initiative und Miteigentümerin der Stadt (Eigeninteresse);
  • frühzeitige Kostenklarheit und Möglichkeit der Kostenabgeltung im Rahmen der Umlegung;
  • Mitwirkung der Eigentümer in einem transparenten Planungsprozess.

Der Sachlichen Darstellung der Beschlussvorlage zur Einführung des Kooperativen Baulandmodells können Sie weitere Informationen entnehmen. Das Dokument finden Sie im rechten Seitenbereich zum Download bereitgestellt.

 

Handlungskonzept Wohnen

Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung im Mai 2017 die Vergabe eines Auftrages zur Erstellung eines Handlungskonzeptes zum Thema "Wohnen" für die Stadt Dinslaken an InWIS Forschung und Beratung GmbH aus Bochum beschlossen.

Basierend auf der aktuellen Prognose der Landesplanung/ Regionalplanung besteht in den nächsten Jahren ein erheblicher zusätzlicher Bedarf an Wohneinheiten und somit an Wohnbauflächen in Dinslaken. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Handlungskonzeptes, mittels einer differenzierten Wohnungsmarktanalyse und Prognosen quantitative als auch qualitative Bedarfe nach Wohnraum in Dinslaken zu konkretisieren. Auf dieser Grundlage werden anschließend geeignete Handlungsempfehlungen und Ziele für die zukünftige kommunale Wohnungspolitik abgeleitet. Dabei geht es auch um die Ermittlung, Bewertung und Priorisierung von möglichen Wohnbauflächenpotenzialen sowie die Formulierung von konkreten Empfehlungen für die Schaffung von verschiedenen Wohnungsmarktsegmenten für verschiedene Zielgruppen in den einzelnen Stadtteilen Dinslakens. Das Handlungskonzept Wohnen wird zudem in einem dialogisch geführten Beteiligungsverfahren mit relevanten Wohnungsmarktakteuren entwickelt, um die gewonnenen Ergebnisse mit Einschätzungen aus der Praxis zu überprüfen.

Das Konzept soll bis Ende 2018 abgeschlossen werden und soll als wohnungspolitischer Handlungsrahmen der Stadt Dinslaken dienen, um sich durch gezieltes und strategisches Handeln den Herausforderungen am Wohnungsmarkt für die nächsten Jahre bis 2030 zu stellen und die gezielte Schaffung und Entwicklung von benötigten Wohnraum entsprechend des tatsächlichen Bedarfs zu ermöglichen. Damit wird - neben der Einführung des Kooperativen Baulandmodells sowie der Gründung der Gesellschaft - ein weiteres Instrument für eine bedarfsgerechte Wohnbaulandentwicklung in Dinslaken geschaffen und bildet eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Arbeit der DIN FLEG mbH.

Den Endbericht des Handlungskonzeptes Wohnen für die Stadt Dinslaken wird Ihnen nach Fertigstellung hier zur Verfügung gestellt.